BODEN- UND
GRUNDWASSERSCHUTZ

Leider befinden sich im gesamten Neuköllner Raum Flächen mit sogenannten Altlasten. Das heißt: durch eingesickerte Schadstoffe ist der Boden kontaminiert. Daher sind vor jedem Neubau Flächen auf Altlasten zu prüfen, um künftige Bewohner vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Schadstoffe zu schützen. Außerdem wird das Berliner Trinkwasser ausschließlich aus Grundwasser gewonnen.
Schon allein deswegen gilt es, durch regelmäßige Kontrolle der Umweltauflagen gegenüber gewerblichen und industriellen Anlagen fortlaufend den Anspruch der Bürger auf eine gesunde Umwelt durchzusetzen. Dazu gehört auch, über den ökologisch wie chemisch guten Zustand des Grundwassers zu wachen.

Woher kommen Boden- und Grundwasser-
kontaminationen?

Illustration: Agentur elsweyer+hoffmann
Illustration: Agentur elsweyer+hoffmann

Aus einem Betrieb gelangen umweltschädigende Stoffe in den Boden und sickern durch den Boden bis in den Bereich des Grundwassers. Dort lösen sie sich im Grundwasser und werden mit dem Grundwasserstrom weitergetragen. Es entsteht eine sogenannte ‚Schadstofffahne`. Bodenkontaminationen sind also nicht nur rein lokal, sondern können, wenn sie ins Grundwasser gelangen, auch ‚wandern‘ und unerwartet an anderer Stelle wieder auftauchen.

Aber nicht nur aus Industrie oder Gewerbe können Verunreinigungen in den Untergrund gelangen. Andere Schadstoffquellen sind ehemalige Abfalldeponien oder Kies-/Sandabbaugebiete, die später mit Bauschutt, Asche und Schlacke aufgefüllt wurden. Gerade solche Verfüllungen können bei Grabungsarbeiten unerwartet sichtbar werden.

Eine gute Boden- und Grundwasserqualität wieder herzustellen, gehört zu den Tätigkeitsbereichen des Umwelt- und Naturschutzamtes Neukölln. Ziel ist es, jede gesundheitliche oder sonstige schädliche Wirkung, die von Altlasten ausgeht, dauerhaft auszuschalten.

 

Boden- und Grundwassersanierung eines
LCKW-Schadens

Foto: Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln
Foto: Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln

Chlorierte Kohlenwasserstoffe waren ein in den ’60iger und auch noch in den ’70iger Jahren gern verwendetes Lösungs- und Reinigungsmittel, da sie sehr stark fettlösend sind. Verwendet wurden sie flächendeckend u. a. in chemischen Reinigungen und Werkstätten (Entfettung von Motor- und Maschinenteilen). Damals war nicht bekannt, dass sie leicht durch den Boden ins Erdreich und bis ins Grundwasser sickern. Auch ein Betonfußboden ist kaum ein Hindernis.
Ihr Schadenspotential ist erheblich, da sie schwerer sind als Wasser und praktisch nicht biologisch abgebaut werden.

 

links: Aushub des schadstoffbelasteten Bodens bis zum Grundwasser. Die sehr nahe Bebauung erlaubte keinen tiefergehenden Aushub.

 

unten: Aufbringen eines Sanierungsmittels, welches dann 1 m tief in den nassen Untergrund eingearbeitet wird. Das Mittel löst sich mit der Zeit im Grundwasser und zersetzt die LCKW. Die Grubenarbeiten müssen mit Gasmaske erfolgen, da die Schadstoffe stark ausgasen.

Foto: Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln
Foto: Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln

Erfassen von Boden- und Grundwasserverunreinigungen

Wir geben Boden- und Grundwassergutachten in Auftrag, führen ein Bodenbelastungskataster, in dem altlastenverdächtige Grundstücke und Bodenverunreinigungen aufgelistet werden.

Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln
Foto: Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln

Ölphase

 

Das Bild zeigt eine Probenahme aus dem Grundwasser. Auf dem Grundwasser (gelblicher Bereich) hat sich eine mehrere Zentimeter dicke Ölphase (brauner Bereich) abgesetzt.

 

Durch den langjährigen fahrlässigen Umgang mit Mineralölkohlenwasserstoffen (Diesel, Heizöl, Schmieröle und ähnlichem) sind die Öle bis zum Grundwasser vorgedrungen und schwimmen jetzt als eine große Öllinse auf.

Vorsorgender Bodenschutz

Ziel des Umwelt- und Naturschutzamtes Neukölln ist es, Böden funktionsfähig zu halten und schädliche Einträge zu beseitigen oder wenigstens ihre Auswirkungen so weit wie möglich zu reduzieren. Eine Vorsorgepflicht für den guten Zustand des Bodens wie auch des Grundwassers ist dabei durch das Bundesbodenschutzgesetz und die Wasserrahmenrichtlinie jedem auferlegt.

 
Wenn Sie Stoffe wie Recyclingsubstanzen in den Boden ein- oder auf den Boden aufbringen oder Baugruben füllen möchten, beraten wir Sie umfassend, ob diese Vorhaben mit dem Bodenschutzrecht vereinbar sind.

Foto: Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln
Foto: Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln

So nicht

Foto: Fotolia
Foto: Fotolia

So ist es besser

was wir tun

 

Das Umwelt- und Naturschutzamt Neukölln erfasst Boden- und Grundwasserverunreinigungen, nimmt Meldungen über Verschmutzungen entgegen und leitet entsprechende Maßnahmen zum Schutz des Bodens und des Grundwassers ein. Böden, Gewässer und das Grundwasser gehören zu den natürlichen Lebensgrundlagen. Sie vor Verunreinigungen zu schützen und zu überwachen, zahlt sich somit für Berliner, Tiere und Pflanzen aus. Es ist vor allem der tief in den Boden eindringende Regen, der das Grundwasserreservoir kontinuierlich auffüllt. Damit gehört das Grundwasser zum Wasserkreislauf. Und: Das Grundwasser ist die Hauptquelle, welche die Menschen mit Trinkwasser versorgt.